Vornamen griechisch-lateinischer Herkunft

Wie die hebräischen Namen fanden die Vornamen griechischer oder lateinischer Herkunft im 12./13. Jahrhundert Eingang in den deutschen Namenschatz. Vor allem kamen die Namen im Zuge der Heiligenverehrung nach Europa. Ein Grund dafür war der zu dieser Zeit vollzogene Wandel in der Volksfrömmigkeit. Außerdem kamen viele Namen auch im Zusammenhang mit den Kreuzzügen ins deutsche Namengut.

Die meisten griechischen Namen bestanden genau wie die germanisch-altdeutschen Rufnamen aus zwei Gliedern. Timotheus zum Beispiel setzt sich aus den griechischen Wörtern timáō, was ,,schätzen, ehren“ bedeutet und theós, was ,,Gott“ bedeutet, zusammen. Bevorzugt wurden Namenbestandteile, die die Schönheit, Kraft, Wagnis, den Kampf, Krieg und Sieg zum Ausdruck brachten. Von diesen Namen wurden ebenso wie in germanisch-altdeutscher Zeit zahlreiche Kurz- und Koseformen gebildet. Aus Andromachos wurde Andreas, aus Kleopatra wurde Kleo. Des Weiteren gab es auch eingliedrige Namen, zum Beispiel diejenigen, die auf einen griechischen Götternamen zurückgehen. Beispiele dafür sind Apollonios zum Gott Apollon oder Demetrios zur Göttin Demeter.

Das alte System der römischen Namengebung – ein Personenname bestand aus einem Vornamen, einem Geschlechternamen und einem Beinamen – ist im Zuge der ersten nachchristlichen Jahrhunderten weitgehend verschwunden. Auslöser dafür waren soziale und sprachhistorische Gründe. Seitdem trug man nur noch einen persönlichen Namen, der meist auf das Cognomen, den Beinamen zurückzuführen war. Beispiele sind Paulus oder Maximillianus. Zu diesen alten Namen kamen dann einige heidnische Namen, wobei diese in christlichem Sinne umgedeutet wurden, wie zum Beispiel Felix oder Victor.

Beispiele:

Vornamen griechisch-lateinischer Herkunft